Archiv für Februar, 2012

25. Februar 2012 – Dann kann das alles, alles Leben werden

In einer roten Frotteehoseunterhose und mit einer Plastikgießkanne in meiner kleinen Faust sitze ich vor einem weiß getünchten Bungalow. Ein Sonnenschirm wölbt sich zwischen mir und dem Himmel, und zehn Zentimeter Sonnencreme trennen meine noch so weiche Haut von der Außenwelt. Jemand hat sich neben mir auf einem Liegestuhl ausgestreckt. Eine Frau, die ihre blaugeäderten Waden wie zwei Sahneschnitten aus ihrem Kleid rausstreckt. Ein gestreiftes Handtuch liegt über ihrem Gesicht, und auf ihrem Bauch heben und senken sich ihre gefalteten Hände.

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22. Februar 2012 – Fabulus

Und Fabulus kam zu mir. Mit seinem gelb gekringelten Haar, mit seiner weichen Haut und dem Edelstein auf der Nasenspitze.
„Tanz mit mir“, sagte er und schon wirbelte er durch die Luft wie der Ventilator meines Elektroföns, den ich mir zum Sonderpreis gekauft habe. Ich kaufe nicht gern Dinge ein. Aber wenn ich mal was kaufen muss, dann immer nur im Sonderpreis.

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16. Februar 2012 – Wüste oder Meer

Mit einem Wohnwagen fahre ich über das Land. Mit einem Wohnwagen und einem Hund, der sich neben mir auf dem Beifahrersitz eingerollt hat. Der Hund hat keinen Namen, denn es ist ein freier Hund. Er hat auch keinen Schwanz. Den hat er sich in der Autotür abgeklemmt.

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13. Februar 2012 – Egal, wie schön mein Liebster ist (Der rechte Augenblick)

Er trug eine Brille. Eine Trompete. Noten klebten auf der Brille. Tomaten auf den Noten. Hätte er mich angesehen, vorbei an den Noten, vorbei an den Tomaten, durch die Brille hindurch sozusagen, dann hätte ich ein Problem gehabt. Hätte ausweichend „gleich“ gesagt oder so etwas in der Art. Und „Liebster“, hätte ich bittend hinzugefügt. „Einen Moment noch. Einen Augenblick. Muss nur noch eben. Also gleich dann. Ja.“

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11. Februar 2012 – Fragen aus dem Alibert (III)

Vielleicht, sage ich zu B., vielleicht wäre es schön, das Meer noch einmal zu sehen. Oder einen großen Berg. Einmal noch Skifahren vielleicht. Aus dem Schlepplift fallen und alle Nachkommenden mit sich reißen. Bis jemand den Lift anhält. Die Skier ordnen, wieder zum Stehen kommen. Sich schämen und heimlich Freude verspüren. Darüber, der Störenfried gewesen zu sein.

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08. Februar 2012 – Fragen aus dem Alibert (II)

Wozu soll das gut sein? Frage ich B. Und er: Dass man so nicht fragen dürfe. Mein Fehler also. Da fahren wir schon aus der Stadt hinaus und die Straßen werden leerer und die Felder links und rechts ermöglichen den Horizont. Irgendwo inmitten ich. Fühle mich verloren.
Nicht B. ist das Problem. Ich bin es.

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04. Februar 2012 – Fragen aus dem Alibert (I)

Wenn ich mir Fragen stellen will, fallen sie mir nicht ein. Das ist der Zustand, den ich erreiche, wenn ich zu lange nicht das gesagt habe, was zu sagen gewesen wäre. Ohne dass ich sagen könnte, was zu sagen gewesen wäre. B. sagt mir, ich solle vertrauen. Darauf, dass die Sprache schon zurückkäme. Ich solle Übungen machen. Frühgymnastik. Spätgymnastik. Ich solle aufhören zu lange über die Fragen nachzudenken. Solle mein imaginäres Publikum verbannen.

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01. Februar 2012 – So groß und schön

So war sie. Kraftvoll schritt sie aus, nur selten gab es einen Blick zurück. Mein kleiner Kopf steckte still in ihrem Rücken, und meine Augensplitter spähten voller Gier durch ihren Bauch hindurch. Die Welt! Groß war sie und schön, eingewoben in ihren silbernen Geruch, benetzt mit ihrer regennassen Stimme. Rose hieß sie, das Mädchen meiner Kindheit. Mein erstes Mädchen. Wie könnte ich es jemals vergessen?

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