Hier probiere ich Texte aus.
Ich schreibe sie auf, was mehr ein Skizzieren als ein durchdachter Prozess ist, und betrachte sie dann wie ein Foto – versuche sie so zu betrachten, wie es Roland Barthes in seinem Essay Die Helle Kammer vorschlägt. Suche also mein punctum. Hoffe irgendwann das zu sehen, ‚was ich dem Foto hinzufüge, obwohl es schon da ist‘, (vgl. S. 65) und was ich eigentlich auch nicht benennen kann (vielleicht wegen einer Geheimschrift, deren Code ich nicht kenne). (vgl. S. 60) Dann schreibt sich die Geschichte möglicherweise um. Schreibt sich in eine neue Richtung weiter.
Roland Barthes hat mir auch eine Idee davon gegeben, was die Figuren hier treiben könnten: Der „Druck des Unsagbaren, das gesagt werden will“ (S. 26), wird vielleicht manchmal zu groß. Ohne Abenteuer kein Foto. (S. 28) Und auch Schreiben kann so etwas sein.
Noch eine Parallele zur Fotografie fällt mir ein:
Das ‚Verborgene’, wie auch das ‚Unsagbare‘ sind diskursive Größe, deren Grenzen andauernd verschoben werden. In der optisch-fotografischen Technik wurde immer wieder versucht, das ‚Unsichtbare‘ zu dokumentieren, es festzuhalten, zu beweisen. Mit der Behauptung, es gäbe Gespenster, und der Beweisführung durch die Vorlage einer Fotografie konnte man seinen Ruf als Wissenschaftler_in ein für alle mal ruinieren.
Und man tat es.
So sehr wollte man (vielleicht) die Welt vergrößern.
Die Sehnsucht, nach einer ‚anderen Sprache‘, nach einer ‚anderen Technik des Sprechens‘ ist wahrscheinlich verbreitet.
Alle Textstellen, die von mir sehr frei zitiert wurden, beziehen sich auf folgende Ausgabe:
Barthes, Roland: Die helle Kammer. Bemerkungen zur Fotografie, Frankfurt/M.: suhrkamp 1989